Schader-Preis 2012 für Professor Paul Kirchhof
Der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof erhält den Schader-Preis 2012. Mit ihrem Preis zeichnet die Schader-Stiftung Wissenschaftler aus, die durch ihre Arbeit und ihr öffentliches Wirken wichtige Beiträge für die Lösung gesell- schaftlicher Probleme geleistet haben. Der Preis wird jährlich verliehen.
Mit Paul Kirchhof würdigt die Stiftung einen Rechtswissenschaftler, der in Werk und Wirken auf beeindruckende Weise die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung und ihrer Anwendung in und für Gesellschaft und Politik betont und dafür entsprechend Fachgrenzen überschreitet. Mit seinen Forschungen und Arbeiten zu Fragen des öffentlichen Rechts, des Staats- und Verfassungsrechts und insbesondere des Steuerrechts hat er immer wieder Fragen sozialer Freiheit und Gerechtigkeit im modernen Staatswesen angesprochen und durch die Vorlage konkreter Empfehlungen wesentliche Beiträge zur Entwicklung der pluralen Gesellschaft und des modernen Wohlfahrtstaates geleistet. In seinen verschiedenen Funktionen als Wissenschaftler und Richter am Bundesverfassungsgericht, aber auch als Publizist trug und trägt er zur gesellschaftspolitisch notwendigen Verknüpfung von Theorie und Praxis bei und leistet dabei auch einen wesentlichen Beitrag zur Praxisorientierung in den Gesellschafts- wissenschaften.
Der 1943 geborene Paul Kirchhof studierte Rechtswissenschaft in Freiburg und München. Er lehrt seit 1981 als Ordentlicher Professor für öffentliches Recht unter besonderer Berücksichtigung des Finanz- und Steuerrechts an der Ruprechts-Karl-Universität Heidelberg und ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht. Von 1987 bis 1999 war er Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, dort Mitglied im Zweiten Senat. Paul Kirchhof hat zahlreiche Veröffentlichungen zu rechtswissenschaftlichen und politischen Themen vorgelegt, darunter: das von ihm und Josef Isensee in der dritten Auflage herausgegebene zehnbändige „Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland“, „Der sanfte Verlust der Freiheit“ (2004) sowie das vieldiskutierte „Bundessteuergesetzbuch. Ein Reformentwurf zur Erneuerung des Steuerrechts“ (2011).
Quelle: idw